Grundeinkommen auf dem Bierdeckel und im Kreuzverhör!

Im vergangenen Jahr wurde in unserer AG die Idee geboren, ein Grundeinkommen auf dem Bierdeckel darzustellen. Hintergrund war die Erfahrung, dass im Rahmen der öffentlichen Diskussion immer wieder die Frage nach der Finanzierung zum Kern des Problems (gemacht) wurde. Das Thema hat ein ungeheure destruktive Wucht, die häufig weitere Gespräche aussichtslos erscheinen lässt.
Unser Land kann die Finanzierung realisieren, wenn es einen erklärten politischen Willen dazu gibt, hierüber waren wir uns in der AG einig. Daraus entstand die Aufgabe, den Bierdeckel mit wenigen Grunddaten zu entwickeln. Hierzu gab es einen Workshop im Januar, der Inhalt und Umfang klären sollte. Zu diesem Workshop hatten wir die geniale Situation, zwei Experten zu dem Thema im Dialog zu erleben. Zum einen Robert Carls aus Bad-Homburg und zum zweiten Martin Exner aus Darmstadt. Beide sind in der regionalen Szene zum Thema BGE bereits bestens bekannt. Da eine komplette Finanzierung naturgemäß schwer auf einem Bierdeckel abzubilden ist, entschieden wir uns für ein Vorgehen in zwei Schritten.
Erstens wurden wenige Daten zusammengetragen, die Bedarf und Mittel zeigen. Zweitens werden die beiden Finanzierungskonzepte von Robert Carls und Martin Exner hier auf unserer Webseite hinterlegt. Menschen die sich dazu informieren möchten, können die Konzepte durchgehen und mit den Autoren in die Diskussion einsteigen. Heute ist es soweit, die Bierdeckel sind gedruckt und liegen zum Verteilen bereit. Die Finanzierungskonzepte finden Sie unten. Wir als AG BGE Hanau wünschen uns mit der Aktion einen nachhaltigen Austausch mit Interessierten.

Finanzierungsmodell nach Robert Carls
Finanzierungsmodell nach Martin Exner

Terminhinweis
Am 20. Februar haben wir zur Veranstaltung: Grundeinkommen – BGE im Kreuzverhör Prof. Dr. Sascha Liebermann nach Hanau eingeladen. Alles wichtige dazu findet sich auf dem folgenden Flyer. Vor der Diskussion / dem „Kreuzverhör“, wird Martin Exner mit einer Einführung zum Thema Grundeinkommen die Teilnehmer informieren.

Alles Gute zum Jahresende!

Die AG BGE Hanau wünscht allen, die sich für die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens einsetzen, eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und alles Gute für 2020.

Im neuen Jahr stehen folgende Termine an:

08. Januar 2020 – 15 Uhr – Treffen zum Thema BGE auf einem Bierdeckel

20. Februar 2020 – 19 Uhr BGE im Kreuzverhör mit Prof. Dr. Sascha Liebermann, Professor für Soziologie – Infos dazu unten. Die Flyer sind gerade im Druck. Wer welche benötigt bitte unter folgender Adresse bestellen: ralf.weidner (at) ekkw.de

 

Europa und ein BGE

Forumsveranstaltung ein voller Erfolg! Unter der Überschrift: „Forum Bedingungsloses Grundeinkommen – regional – national – global“ hatten wir am 16.05. eingeladen. Das Podium war hochkarätig besetzt und ließ die enorme Kompetenz zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen erahnen. Gesprächspartner waren: Ines Jancar, Kandidatin der Partei Bündnis Grundeinkommen zur Europawahl, Martin Exner vom Netzwerk Grundeinkommen, sowie Werner Rätz von Attac Bonn. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ralf Weidner, vom Referat Wirtschaft – Arbeit – Soziales der EKKW.
Zunächst hatte Martin Exner das Wort, um den gut besuchten Saal in der Christuskirche Hanau eine kurze Einführung zu Thema zu geben. Nachdem dann die anderen Gesprächspartner vorgestellt wurden und Gelegenheit zu einem ersten Statement hatten, orientierte sich der Gesprächsverlauf an den vom Netzwerk Grundeinkommen definierten vier Grundelementen: Existenz- und Teilhabesicherung, individueller Rechtsanspruch für alle Menschen, keine Bedürftigkeitsprüfung, kein Zwang zur Arbeit oder zu anderen Gegenleistungen. Hierbei war immer wieder im Blick, was die Idee des BGE bedeutet, wenn man es im Blick auf Europa oder auch global denkt.
Im letzten Teil des Abends hatten die Besucher Gelegenheit, Fragen an das Podium zu stellen, was auch lebhaft genutzt wurde. Als Schlussresümee waren sich sowohl Podium als auch Besucher weitgehend einig in der Feststellung, dass es eine Veränderung in unserer Gesellschaft geben wird, die sich in Richtung der genannten Ideen entwickelt. Hier ist es wichtig, dass im Rahmen solcher Veranstaltungen eine breite gesellschaftliche Basis gehört wird, und auch mitgestaltet. Die AG BGE Hanau bleibt am Thema dran.
Foto: Jochen Dohn

v.l.n.r.: Werner Rätz, Ralf Weidner, Ines Jancar, Martin Exner

BGE: open in Fulda

Am Wochenende vom 08. bis 10.03. hat die Partei Bündnis Grundeinkommen ein BGE: open in Fulda organisiert und ich war dort.

Die Veranstaltung fand in den Räumen des Welcome In! Fulda e.V. statt. Hierfür wurde das sehr gemütliche „Wohnzimmer“ mit verschiedenen Sofas und Sesseln zu einem Vortragsraum umgestaltet.

Das Programm war bewusst so vielfältig, interessant und offen gestaltet, um auch Partei-Externe wie mich anzuziehen. Allerdings war es auch sehr gefüllt, weswegen ich nicht zu allen Punkten auf der Agenda anwesend war. Die eher kleine Gruppe (zwischen 20 und 35 Personen schwankend) bestand aus Parteimitgliedern, Mitgliedern des Netzwerks Grundeinkommen, BGE-Unterstützenden verschiedenster Arbeitsgruppen sowie sonstigen Personen, die sich in irgendeiner Form für das Thema interessieren. Angereist wurde aus ganz Deutschland sowie sogar aus der Schweiz und die jüngste Teilnehmerin war 2 Jahre alt. 🙂

Am meisten beeindruckt hat mich der Vortrag von Sascha Liebermann, Professor für Soziologie und Autor, beispielsweise für die Homepage Freiheit statt Vollbeschäftigung. Er hat sich dem Thema „Fallstricke der BGE-Diskussion“ gewidmet und aufgezeigt, welche Argumente pro BGE Schwachstellen haben und wie diese ungewollt Türen für eine Gegenargumentation öffnen bzw. wie man ebendies verhindern kann. Ich durfte Sascha Liebermann zum ersten Mal live zuhören und habe mich umso mehr über seine angenehme Art, Vorträge zu halten, gefreut. [Kleiner Hinweis am Rande: Sascha Liebermann hatte bezüglich der Diskussion im Haus am Dom (Frankfurt, Dezember 2018) auf meinen Text hier auf dem Blog Bezug genommen: Podiumsdiskussion in Frankfurt mit Christoph Butterwegge – Rückschau von Sabine Halter].

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Erstes Treffen im Jahr 2019

Frohes neues Jahr! 😉

Wir sind gut ins neue Jahr rübergekommen und haben uns gestern Abend getroffen. Als Gesprächsanregung nutzten wir das Pilotprojekt in Otjivero, Namibia, dass vor 8 Jahren gestartet wurde. Dazu habe ich einige Informationen zusammengetragen und diese in Stichpunkten in einer PDF-Datei vereint. Dabei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben und es handelt sich auch nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.

Namibia-BGE-Pilotprojekt

Einige Gedanken, die uns im Gespräch zu dem Projekt kamen, sind folgende:

  • Die Menschen in Otjivero waren damals (und vermutlich auch heute) sehr abgeschnitten von der Außenwelt und haben weite Wege zu überwinden, um in die nächste Stadt zu gelangen. Es hätte ihnen zusätzlich und auch nachhaltig geholfen, wenn man zu den Grundeinkommen die Infrastruktur bezuschusst hätte, um beispielsweise die Bahnstation wieder zu eröffnen.
  • Verbunden mit dem oberen Punkt: Wie hätte sich ein Dorf entwickelt, das nicht so weit von sozialen Einrichtungen, Ämtern etc. abgeschnitten ist?
  • Das Projekt ist nicht als Referenz nutzbar für die Überlegungen, ein Grundeinkommen in einem Industriestaat wie Deutschland einzuführen. Der Vergleich würde zu weit auseinander gehen.
  • Dieses Projekt, oft als Experiment bezeichnet, lief offiziell zwei Jahre lang, jedoch wurden auch darüber hinaus noch durch Spenden ermöglichte Gelder an die Teilnehmenden ausgezahlt. Was geschah jedoch danach mit den Menschen dort? Wie geht es ihnen heute? Alles deutet darauf hin, dass sie in derselben Misere leben, wie vor dem Projekt. Das hat einen sehr makabren Beigeschmack und lässt sie an Versuchskaninchen erinnern, die nach einem Experiment nicht mehr benötigt werden.

 

Hier sind die genutzten Online-Quellen, um den Links direkt folgen zu können:

 

Übrigens:

Die AG BGE Hanau ist nun ein Jahr alt. 🙂

Podiumsdiskussion „Grundeinkommen kontrovers“

Am Donnerstag, den 06.12.2018 fand eine Podiumsdiskussion zum BGE in Frankfurt im Haus am Dom statt. Diskutiert haben

  • Prof. Dr. Christoph Butterwegge
  • Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB
  • Gaby Hagmans, Caritasverband Frankfurt e.V.
  • Philipp Jacks, DGB

und als Moderatorin fungierte Dr. Katrin Mohr, IG Metall.

Ich war im Publikum, habe mir alles angehört und Notizen dazu gemacht. Diese habe ich ausformuliert und den Diskussionsabend kommentiert, wodurch ein zwölfseiteiger Text entstanden ist. Damit sich jedoch niemand von einem derart langen Blogbeitrag „erschlagen“ fühlt, ist der Text als  PDF-Datei zu finden.

Viel Spaß beim Lesen!

Podiumsdiskussion_Grundeinkommen_kontrovers

Krieg – Frieden – Grundeinkommen

Jedes Jahr veröffentlicht die Evangelische Kirche Impulse zum sozialpolitischen Buß- und Bettag. In diesem Jahr stehen sie unter der Überschrift: „Heute einen Krieg beenden“. So lautet das Motto der diesjährigen Buß- und Bettags-Kampagne der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Der Frage was ein Grundeinkommen mit „Krieg beenden“ zu tun hat, geht Ralf Weidner nach. Hier die Veröffentlichung mit dem Beitrag:
Impulse zum sozialpolitischen Buss- und Bettag 2018