Archiv des Autors: Sabine Halter

BGE: open in Fulda

Am Wochenende vom 08. bis 10.03. hat die Partei Bündnis Grundeinkommen ein BGE: open in Fulda organisiert und ich war dort.

Die Veranstaltung fand in den Räumen des Welcome In! Fulda e.V. statt. Hierfür wurde das sehr gemütliche „Wohnzimmer“ mit verschiedenen Sofas und Sesseln zu einem Vortragsraum umgestaltet.

Das Programm war bewusst so vielfältig, interessant und offen gestaltet, um auch Partei-Externe wie mich anzuziehen. Allerdings war es auch sehr gefüllt, weswegen ich nicht zu allen Punkten auf der Agenda anwesend war. Die eher kleine Gruppe (zwischen 20 und 35 Personen schwankend) bestand aus Parteimitgliedern, Mitgliedern des Netzwerks Grundeinkommen, BGE-Unterstützenden verschiedenster Arbeitsgruppen sowie sonstigen Personen, die sich in irgendeiner Form für das Thema interessieren. Angereist wurde aus ganz Deutschland sowie sogar aus der Schweiz und die jüngste Teilnehmerin war 2 Jahre alt. 🙂

Am meisten beeindruckt hat mich der Vortrag von Sascha Liebermann, Professor für Soziologie und Autor, beispielsweise für die Homepage Freiheit statt Vollbeschäftigung. Er hat sich dem Thema „Fallstricke der BGE-Diskussion“ gewidmet und aufgezeigt, welche Argumente pro BGE Schwachstellen haben und wie diese ungewollt Türen für eine Gegenargumentation öffnen bzw. wie man ebendies verhindern kann. Ich durfte Sascha Liebermann zum ersten Mal live zuhören und habe mich umso mehr über seine angenehme Art, Vorträge zu halten, gefreut. [Kleiner Hinweis am Rande: Sascha Liebermann hatte bezüglich der Diskussion im Haus am Dom (Frankfurt, Dezember 2018) auf meinen Text hier auf dem Blog Bezug genommen: Podiumsdiskussion in Frankfurt mit Christoph Butterwegge – Rückschau von Sabine Halter].

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Erstes Treffen im Jahr 2019

Frohes neues Jahr! 😉

Wir sind gut ins neue Jahr rübergekommen und haben uns gestern Abend getroffen. Als Gesprächsanregung nutzten wir das Pilotprojekt in Otjivero, Namibia, dass vor 8 Jahren gestartet wurde. Dazu habe ich einige Informationen zusammengetragen und diese in Stichpunkten in einer PDF-Datei vereint. Dabei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben und es handelt sich auch nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.

Namibia-BGE-Pilotprojekt

Einige Gedanken, die uns im Gespräch zu dem Projekt kamen, sind folgende:

  • Die Menschen in Otjivero waren damals (und vermutlich auch heute) sehr abgeschnitten von der Außenwelt und haben weite Wege zu überwinden, um in die nächste Stadt zu gelangen. Es hätte ihnen zusätzlich und auch nachhaltig geholfen, wenn man zu den Grundeinkommen die Infrastruktur bezuschusst hätte, um beispielsweise die Bahnstation wieder zu eröffnen.
  • Verbunden mit dem oberen Punkt: Wie hätte sich ein Dorf entwickelt, das nicht so weit von sozialen Einrichtungen, Ämtern etc. abgeschnitten ist?
  • Das Projekt ist nicht als Referenz nutzbar für die Überlegungen, ein Grundeinkommen in einem Industriestaat wie Deutschland einzuführen. Der Vergleich würde zu weit auseinander gehen.
  • Dieses Projekt, oft als Experiment bezeichnet, lief offiziell zwei Jahre lang, jedoch wurden auch darüber hinaus noch durch Spenden ermöglichte Gelder an die Teilnehmenden ausgezahlt. Was geschah jedoch danach mit den Menschen dort? Wie geht es ihnen heute? Alles deutet darauf hin, dass sie in derselben Misere leben, wie vor dem Projekt. Das hat einen sehr makabren Beigeschmack und lässt sie an Versuchskaninchen erinnern, die nach einem Experiment nicht mehr benötigt werden.

 

Hier sind die genutzten Online-Quellen, um den Links direkt folgen zu können:

 

Übrigens:

Die AG BGE Hanau ist nun ein Jahr alt. 🙂

Podiumsdiskussion „Grundeinkommen kontrovers“

Am Donnerstag, den 06.12.2018 fand eine Podiumsdiskussion zum BGE in Frankfurt im Haus am Dom statt. Diskutiert haben

  • Prof. Dr. Christoph Butterwegge
  • Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, MdB
  • Gaby Hagmans, Caritasverband Frankfurt e.V.
  • Philipp Jacks, DGB

und als Moderatorin fungierte Dr. Katrin Mohr, IG Metall.

Ich war im Publikum, habe mir alles angehört und Notizen dazu gemacht. Diese habe ich ausformuliert und den Diskussionsabend kommentiert, wodurch ein zwölfseiteiger Text entstanden ist. Damit sich jedoch niemand von einem derart langen Blogbeitrag „erschlagen“ fühlt, ist der Text als  PDF-Datei zu finden.

Viel Spaß beim Lesen!

Podiumsdiskussion_Grundeinkommen_kontrovers

BGE-Finanzierung für Dummies

Für Samstag, den 5. Mai organisierte die Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main einen Workshop zu der Überlegung, wie ein BGE finanziert werden könnte. Hierzu fanden sich 18 Personen ein, von BGE-Interessierten bis hin zu BGE-Engagierten, beispielsweise über die Partei „Bündnis Grundeinkommen“.

Nach der Begrüßung durch Elfriede Harth und einer Vorstellungsrunde führte Manuel Schiffler leicht verständlich durch die Finanzierung des Staats über sämtliche Steuern. Daran knüpfte die Betrachtung an, welche Steuern beim BGE noch sinnvoll wären und welche wegfallen würden.

Nach einer Mittagspause mit Verpflegung übernahm Robert Carls den Vortrag und stellte das von ihm entwickelte Modell zur Finanzierung eines BGE vor. Hier ging es mehr ins Detail, was dem Diskussionsbedarf keinen Abbruch tat.

Der Workshop war spannend und anregend, die Organisation liebevoll und gut durchdacht (vielen Dank!) und der Zeitrahmen genau passend. Allerdings war insgesamt viel Vorwissen in der Runde auszumachen, sodass die Bezeichnung „für Dummies“ sich nicht bewahrheitet hat.

Und was passiert danach?

Aus dem sehr regen Workshop-Tag mit großem Austausch ist eine kleine Arbeitsgruppe entstanden, die sich weiterhin mit dem Thema auseinandersetzen wird. Zu ihren Aufgaben zählt sie unter anderem die Entwicklung von Kriterien für die Bewertung von BGE-Finanzierungsmodellen, die Validierung von Carls‘ Modell durch große Wirtschaftsforschungsinstitute sowie die Erstellung eines Artikels über das Carls-Modell für die Zeitschrift „Publik-Forum“.