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BGE und Muße – ein Beitrag zur Diskussion

Auf den oft gehörten Einwand „wer geht denn dann noch arbeiten“ weisen Befürworter der Grundeinkommens-Idee immer gerne darauf hin, dass laut Umfragen 80% der Menschen trotzdem weiter so arbeiten würden wie bisher, oder zu leicht verbesserten Bedingungen. Aber was wäre eigentlich, wenn das in Wirklichkeit nicht so wäre? Wenn nur 50, 30, 10 Prozent der Bevölkerung weiterarbeiten würde? Wäre das dann der Untergang des Abendlandes; würden sich dann die meisten von uns an den nächsten Baum hängen, weil unser Leben plötzlich so leer und sinnlos wäre? Keineswegs.

Um das zu verstehen, muss man sich einmal mit dem Begriff der „Muße“ auseinandergesetzt haben; und in diesen noch weitgehend weißen Fleck der Grundeinkommensdebatte stößt Dr. Manuel Franzmann vom Netzwerk Grundeinkommen vor. Besonderen Respekt hat er in meinen Augen auch deshalb verdient, weil er diesen nur auf den ersten Blick trockenen Vortrag nicht irgendwo hält, sondern sich vielmehr direkt in die „Höhle des Löwen“ begeben und sich die SPD, die klassische Arbeiterpartei mit traditionell hohem Anteil an BGE-Skeptikern, als sein Publikum ausgesucht hat (die Schleswig-Holsteinische Landtagsfraktion).
Reinhard Schwark vom BGE-Café Frankfurt
LINK zum Vortrag

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BGE-Finanzierung für Dummies

Für Samstag, den 5. Mai organisierte die Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Rhein-Main einen Workshop zu der Überlegung, wie ein BGE finanziert werden könnte. Hierzu fanden sich 18 Personen ein, von BGE-Interessierten bis hin zu BGE-Engagierten, beispielsweise über die Partei „Bündnis Grundeinkommen“.

Nach der Begrüßung durch Elfriede Harth und einer Vorstellungsrunde führte Manuel Schiffler leicht verständlich durch die Finanzierung des Staats über sämtliche Steuern. Daran knüpfte die Betrachtung an, welche Steuern beim BGE noch sinnvoll wären und welche wegfallen würden.

Nach einer Mittagspause mit Verpflegung übernahm Robert Carls den Vortrag und stellte das von ihm entwickelte Modell zur Finanzierung eines BGE vor. Hier ging es mehr ins Detail, was dem Diskussionsbedarf keinen Abbruch tat.

Der Workshop war spannend und anregend, die Organisation liebevoll und gut durchdacht (vielen Dank!) und der Zeitrahmen genau passend. Allerdings war insgesamt viel Vorwissen in der Runde auszumachen, sodass die Bezeichnung „für Dummies“ sich nicht bewahrheitet hat.

Und was passiert danach?

Aus dem sehr regen Workshop-Tag mit großem Austausch ist eine kleine Arbeitsgruppe entstanden, die sich weiterhin mit dem Thema auseinandersetzen wird. Zu ihren Aufgaben zählt sie unter anderem die Entwicklung von Kriterien für die Bewertung von BGE-Finanzierungsmodellen, die Validierung von Carls‘ Modell durch große Wirtschaftsforschungsinstitute sowie die Erstellung eines Artikels über das Carls-Modell für die Zeitschrift „Publik-Forum“.

Herzlich Willkommen

Herzlich Willkommen auf der Seite, der AG – Bedingungsloses Grundeinkommen, Hanau. Wir sind Menschen, die sich mit dem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) beschäftigen, sich regelmäßig austauschen, und zukünftig mit Interessierten ins Gespräch kommen möchten. Dieser Blog soll dem Austausch auf allen Ebenen dienen. Hier dürfen Diskussionen und Meinungen rund um das Thema BGE zusammenkommen. Ein demokratischer Diskurs ist unser Ziel. Hierzu gehört auch, sich die Positionen von Menschen anzuhören, die klare Ansichten zum Thema haben. Mit einer solchen Persönlichkeit möchte ich diesen ersten Beitrag starten. Es handelt sich um den Philosoph Richard David Precht. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg und Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Precht nimmt regelmäßig zum Thema BGE Stellung. Auf dem verlinkten Video gelingt ein Einstieg ins Thema, was dann hoffentlich auf unserer Seite zu einem regen Austausch führt:

Link zum Video